Wollfettseife und Wollfett-brauche ich beides?

Immer wieder erreichen uns Anfragen von Kund*innen, die etwas verwirrt sind angesichts scheinbar widersprüchlicher Pflegehinweise und Produktbeschreibungen. Insbesondere fragen sie sich, ob sie denn überhaupt noch reines Wollfett für ihre Windelinge brauchen, wenn sie unsere Wollfettseife nutzen. Immerhin steht in der Beschreibung ja, dass diese Lanolin enthält, der Wolle somit Wollfett zurückgibt und man Flecken damit gezielt behandeln und gleichzeitig nachfetten kann. Wozu dann überhaupt noch reines Wollfett anschaffen und eine Wollfettkur anrühren? Ist das noch notwendig?

Ein ganz klares: Ja!

Richtig ist, dass unsere Wollfettseife wunderbar geeignet ist um Flecken, zum Beispiel an den Beinbündchen des Windelings, zu behandeln und punktuell gleichzeitig nachzufetten, so dass es nicht notwendig ist die Überhose wegen eines kleines Flecks komplett neu zu waschen und zu fetten. 

Allerdings brauchen Wollüberhosen in regelmäßigen Abständen einfach eine größere Menge an Lanolin, um die Wolle zu pflegen und geschmeidig zu halten. Andernfalls kann der Wollstoff mit der Zeit hart und brüchig werden und damit auch nicht mehr dichthalten. 

Darum gilt: Neue Windelinge sollten zu Beginn ein- bis zweimal mit einer „richtigen“

Wollkur gefettet werden. Diese sollte in etwa pro Wollüberhose einen halben Teelöffel reines Lanolin enthalten. So ist der Wollstoff gut vorbereitet, um Feuchtigkeit in der Windel zu halten und gleichzeitig den Belastungen, denen er durch den Urinkontakt ausgesetzt ist, standzuhalten. 

Ist die Überhose auf diese Weise „grundgefettet“ worden, reicht es oftmals auch, sie bei leichter Verschmutzung nur mit unserer Wollfettseife zu waschen und nicht erneut zu fetten. Dafür sollte man aber beachten soviel Seife im Waschwasser zu lösen, dass eine milchige Lösung entsteht, die Wollüberhose eine Weile im Seifenwasser liegenzulassen und anschließend NICHT auszuwaschen. 

Trotzdem sollte dem Windeling von Zeit zu Zeit, auch ohne größere Verschmutzung, eine Wollkur gegönnt werden um die Wolle zu pflegen. Spätestens alle drei bis vier Wochen, je nach Beanspruchung, sollte dies erfolgen.

Also: bei einer gut grundgefetteten Windel reicht es, Flecken mit unserer Seife zu entfernen und die betroffenen Stellen damit gleichzeitig nachzufetten. Auch eine Wäsche bei leichter Verschmutzung kann mit der Wollfettseife durchgeführt werden, ohne unbedingt erneut fetten zu müssen. 

Bei grober Verschmutzung, welche eine gründliche Wäsche erfordert, bei neuen Windelingen sowie etwa einmal monatlich sollten die Wollüberhosen trotzdem mit reinem Lanolin einer Wollkur unterzogen werden, damit man lange Freude an ihnen hat. 

Wie rührt man eine solche Wollkur noch einmal genau an?

Pro zu fettendem Windeling nimmt man etwa einen halben Teelöffel reines Wollfett und schmilzt dieses in einer großen Tasse sehr heißem Wasser. Anschließend fügt man einen Emulgator hinzu. Dies können einige Tropfen Spülmittel sein, Babyshampoo, Kernseifenflocken oder auch Wollwaschmittel wie Eucalan. Wichtig ist, dass man so lange den Emulgator hinzufügt, bis beim Rühren eine milchig-weiße Lösung entsteht. Anschließend verdünnt man diese in einer Schüssel, einem Topf oder sonst einem hohen Gefäß mit etwa einem Liter Wasser pro Windel und gibt die gewaschene, feuchten Windelinge hinein. Am besten beschwert man die oberste Windel mit einer Tasse oder ähnlichem. Dann lässt man die Windeln so lange in der so angerührten Wollkur, bis diese komplett abgekühlt ist, mindestens aber etwa drei bis vier Stunden. Anschließend drückt man die Windeln sanft aus, rollt sie in ein Handtuch oder schleudert sie bei niedriger Umdrehungszahl in der Waschmaschine und hängt sie dann, idealerweise liegend, zum Trocknen auf. Fertig.